Steuerliche Hinweise und Dispositionen zum Jahreswechsel 2010/2011

Steuerliche Hinweise und Dispositionen zum Jahreswechsel 2010/2011

Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Jahresbeginn 01.01.2011 werden wieder umfangreiche und weit reichende steuergesetzliche Änderungen und Reformen in Kraft treten. Als wichtige Änderungsgesetze im Jahre 2010 sind zu nennen: Konjunkturpaket II, Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), Haushaltsbegleitgesetz 2011, ELENA-Datensatzverordnung.
Die einzelnen wichtigen Änderungen und geplanten Neuregelungen für 2010 und 2011 habe ich Ihnen für eine bessere Übersicht wieder nach den verschiedenen Einkunftsarten und Personengruppen geordnet

Änderungen 2011

Für alle Steuerpflichtigen

  • Die Beiträge zur (Basis-) Krankenversicherung sind bei den abzugsfähigen Sonderausgaben nunmehr unbeschränkt abzugsfähig, allerdings werden die anderen Versicherungsbeiträge (Unfall, Leben, Haftpflicht u.a.) unter strengeren Kürzungsvorschriften als beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben berücksichtigt.

Für alle Steuerpflichtigen

  • Die Beiträge zur (Basis-) Krankenversicherung sind bei den abzugsfähigen Sonderausgaben nunmehr unbeschränkt abzugsfähig, allerdings werden die anderen Versicherungsbeiträge (Unfall, Leben, Haftpflicht u.a.) unter strengeren Kürzungsvorschriften als beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben berücksichtigt.

Für alle Arbeitnehmer

  • Arbeitszimmer: siehe Erläuterungen bei Selbständigen

Für alle selbständig Tätige

  • Degressiven Absetzung für Abnutzung für nach dem 31.12.2008 und vor dem 01.01.2011 angeschafften Wirtschaftsgüter auf höchstens 25%. Ab dem 01.01.2011 keine degressive Absetzung mehr!
  • Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung
    Die Größenmerkmale wurden für die Jahre 2009 bis 2010 angehoben von 235.000 € auf 335.000 € Bilanzwert von 100.000 € auf 200.000 € Gewinn bei Freiberuflern und Gewerbebetrieben mit Einnahme-Überschuss-Rechnung von 125.000 € auf 175.000 € Wirtschaftswert bei Landwirten.
  • Ab 2011 gelten wieder die alten Werte!
    Neues Bilanzrecht ab 01.01.2010
    Durch das Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) wurden Änderungen zu Buchführungs- und Bilanzierungspflichten sowie Änderungen bei der Bewertung von Bilanzpositionen beschlossen.
  • Befreiung von der Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften gilt für EINZEL-KAUFLEUTE bei Umsatzerlösen bis 500.000 € und Jahresgewinn bis 50.000 € in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren (Rückwirkung ab 2008) Für KAPITALGESELLSCHAFTEN gelten Befreiungen und Erleichterungen bei der Bilanzierung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses. Als „kleine“ Kapitalgesellschaft gilt nunmehr ab 2010: Bilanzsumme unter 4.840.000 € (bisher 4.015.000 € ) Umsatzerlöse unter 9.680.000 € (bisher 8.030.000 € ) und Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt unter 50 (wie bisher)
  • Elektronische Bilanz
    Die ab 2011 geplante elektronische Übermittlung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung an das Finanzamt zusammen mit den Steuererklärungen ist ausgesetzt und wird voraussichtlich erst ab 01.01.2012 gelten.
  • Private PKW-Nutzung
    Gehören mehrere Pkws zum Betriebsvermögen, so ist für die Berechnung der Privatnutzung die 1%-Regel nach der neuen Verwaltungsmeinung ab 2010 grundsätzlich für jeden Pkw anzusetzen. Bislang konnte bei Privatnutzung nur durch den Unternehmer für alle Fahrzeuge die 1%-Regelung berechnet vom teuersten Fahrzeug angesetzt werden (Junggesellenprivileg).
  • Gemischte Aufwendungen
    Infolge von Änderung der Rechtsprechung können gemischte Aufwendungen in Betriebsausgaben und private Lebenshaltungskosten aufgeteilt werden. Bislang galt Alles-oder-Nichts-Prinzip. Dies betrifft im wesentlichen Reisekosten und Kosten von Firmenveranstaltungen.
  • Arbeitszimmer
    Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer waren seit 01.01.2007 nur noch dann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit gebildet hat. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Einschränkung gekippt, soweit dem Arbeitnehmer kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird. Diese Einschränkung muss insoweit rückwirkend ab 2007 aufgehoben bzw. geändert werden. Bis zur gesetzlichen Neuregelung können auf besonderen Antrag Steuer-und Feststellungsbescheide hinsichtlich der Berücksichtigung von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer – wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht – bis zu einem Betrag von 1.250 € vorläufig erlassen werden.

Für Arbeitgeber

  • Durch das ELENA-Verfahren müssen alle Arbeitgeber ab dem 01.01.2010 für jeden Beschäftigten eine monatliche Meldung an die Zentrale Speicherstelle der Sozialversicherung abgeben. Für die von unserer Kanzlei erstellten Lohnabrechnungen werden diese Meldungen erstellt. Sinn dieser Verpflichtung ist die Bereitstellung der von den Sozialbehörden bei Sozialleistungsbezug des Arbeitnehmers angeforderten Daten hinsichtlich seiner Beschäftigung.Lohnsteuerkarte 2010 gilt auch für 2011
  • Die Lohnsteuerkarte 2010 behält für 2011 bis zur Anwendung der elektronischen  Lohnsteuerabzugsmerkmale voraussichtlich ab 2012 ihre Gültigkeit. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, die Steuerklasse bei Veränderungen in den Familienverhältnissen ändern zu lassen.

Umsatzsteuer

  • Die Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten („Ist-Versteuerung“) statt nach vereinbarten Entgelten kann von Unternehmen bis zu einem Umsatz von 500.000 € (bisher 250.000 €) in Anspruch genommen werden.

Schlussbemerkungen

Diese vorgenannten Informationen sollen Ihnen eine erste Orientierung über die Neuregelungen ab dem Jahre 2011 dienen. Bei Fragen bitte melden. Wir helfen gerne weiter. Noch ein Hinweis in eigener Sache. Auch in diesem Jahr werde ich wieder auf die sonst üblichen Kartengrüße zu Weihnachten und zum Jahreswechsel verzichten. Dafür erhalten wiederum der Förderverein der Kinderkrebsklinik, Köln und die Diakonie Haus Salierring, Köln von mir eine Zuwendung.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gutes und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das Jahr 2011.
Mit freundlichem Gruß – und – empfehlen Sie uns weiter
Peter Kempers


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